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Chemische Desinfektion mit Aktiv-Chlor stellt Keimfreiheit in Rohrleitungen sicher

Rohrleitungsdesinfektion nach Neuverlegung und Reparatur

Um die Qualität des Trinkwassers auf seinem Weg vom Erzeuger bis hin zum Verbraucher sicherzustellen, ist vor Inbetriebnahme neu verlegter oder reparierter Rohrleitungen eine umfassende Reinigung und Desinfektion erforderlich. Eine wirksame Methode ist die chemische Desinfektion mithilfe von Aktiv-Chlor.

Eine Desinfektion von Rohrleitungen nach Neubau und Reparatur ist unerlässlich

Das Thema Rohrleitungsdesinfektion ist durch die Flutkatastrophe im Jahr 2021 wieder in den Fokus gerückt. In besonders betroffenen Orten wie Bad Neuenahr-Ahrweiler und Erftstadt-Blessem wurde die Infrastruktur so stark beschädigt, dass das Trinkwasser-Versorgungsnetz flächendeckend erneuert werden muss.

Gleichzeitig ist nicht bekannt, welche Keime und Bakterien das Hochwasser im Boden hinterlassen hat. Einerseits gelangte kontaminiertes Wasser aus überschwemmten Kläranlagen in die Umwelt, andererseits floss abgespültes Wasser aus Toiletten aufgrund des ebenfalls zerstörten Abwassersystems nicht in die Kanalisation, sondern verbreitete sich flächendeckend.

Zwar müssen Rohrleitungen für den Trinkwasserbereich werkseitig mit Kappen verschlossen sein, um Verunreinigungen während der Lagerung und des Transports zu vermeiden. Es lässt sich jedoch nicht ausschließen, dass bei der Montage kleinste Mengen Erde und damit auch darin enthaltene Keime in das Rohrinnere gelangen. Ohne eine ausreichende Desinfektion könnten sich diese Mikroorganismen in den Trinkwasserrohren unkontrolliert vermehren und zu einem Gesundheitsrisiko werden.

Abbildung: Werksseitig verschlossene Wasserrohrleitung © BEULCO GmbH & Co. KG

Rechtliche Grundlagen für die Reinigung von Trinkwasserleitungen

Beim Spülen und Desinfizieren von Rohrleitungen sind unter anderem folgende Normen und Vorschriften zu beachten:

  • DIN EN 805:2000-03,
  • DIN EN 806-4:2010-06,
  • DVGW W 291,
  • DVGW W 557,
  • VDI/DVGW 6023.
  • ZVSHK Merkblatt Spülen, Desinfizieren und Inbetriebnahme von Trinkwasser-Installationen.

Grundbedingung für die Inbetriebnahme von Rohrleitungen ist eine intensive Spülung, die mit Wasser oder einem Wasser-Luft-Gemisch erfolgen kann.

Spülen mit Wasser

Die Rohrleitungsspülung wird mit hygienisch einwandfreiem Wasser (Trinkwasserqualität) durchgeführt. Lässt sich aufgrund der Leitungsgröße keine ausreichende Geschwindigkeit erreichen, hat sich die intermittierende Spülung bewährt.

Luft-Wasser-Spülung

Erbringt eine Wasserspülung keine ausreichende Wirkung, kann der Spülvorgang durch zeitgleiches Einpressen von Luft unterstützt werden. Bewährt haben sich eine Mindestfließgeschwindigkeit von 0,5 m/s und eine Spüldauer von mindestens 15 Sekunden pro laufendem Meter Rohrleitung. Zum Einsatz kommen darf ausschließlich ölfreie, keim- und partikelarme Luft.

Rohrleitungsdesinfektion gewährleistet keimfreie Wasserqualität

Abbildung: Desinfektionseinheit zum Einpumpen von Desinfektionslösungen in Rohrleitungssysteme © BEULCO GmbH & Co. KG

Lässt sich durch eine Spülung die erforderliche mikrobiologische Unbedenklichkeit nicht erreichen, kommen physikalische oder chemische Desinfektionsverfahren zur Anwendung. Letztere werden entweder im Standverfahren oder im Durchflussverfahren ausgeführt.

Standverfahren

Die Desinfektionslösung verbleibt für etwa 24 bis 48 Stunden in den Rohrleitungen und wird anschließend abgeleitet. Bewährt hat sich eine Modifikation des Verfahrens, bei der das Desinfektionsmittel-Wasser-Gemisch mit einer Geschwindigkeit von 1 m/h weiterfließt.

Durchflussverfahren

Dieses Verfahren kommt gelegentlich bei Rohrleitungen mit größeren Nennweiten zur Anwendung. Hierbei wird dem durch die Leitung strömenden Wasser ein Desinfektionsmittel zugesetzt. Das Flüssigkeitsvolumen sollte dem zwei- bis dreifachen Leitungsvolumen entsprechen.

Bei beiden Varianten dürfen gemäß DIN EN 806-4 ausschließlich Desinfektionsmittel zum Einsatz kommen, die in den nationalen oder europäischen Normen für diesen Verwendungszweck festgelegt sind.

Dazu gehören laut DVGW Arbeitsblatt W291:
  • Chlor (Cl2),
  • Chlordioxid (ClO2),
  • Wasserstoffperoxid (H2O2),
  • Kaliumpermanganat (KMnO4) und
  • Aktiv-Chlor (NaClO).

Warum sich Aktiv-Chlor sehr gut für die chemische Desinfektion eignet

Die Wirkung von Aktiv-Chlor beruht darauf, dass der Wirkstoff Fette und Eiweiße zerstört und damit eine Vielzahl bakterieller Erreger unschädlich macht. Vorteile bieten per Membranzellenelektrolyse (ECA-Verfahren) hergestellte Aktiv-Chlor-Lösungen, die keine Einwirkzeit benötigen und sich schnell vollständig abbauen. Entsprechende Produkte zerstören im Wasser befindliche Keime und Bakterien, ohne die Umwelt zu gefährden.

Das richtige Desinfektionsverfahren gewährleistet ein keimfreies Rohrleitungssystem

Neue oder instandgesetzte Rohrleitungen dürfen erst nach einer fachgerechten Reinigung und Desinfektion in Betrieb genommen werden. Welches Verfahren dabei zur Anwendung kommt, sollte sich an der Effektivität und der Durchführbarkeit im jeweiligen Einsatzfeld orientieren. Die chemische Desinfektion mit Aktiv-Chlor gewährleistet mikrobiologische Unbedenklichkeit auch in problematischen Bereichen wie Überflutungsgebieten, in denen eine überdurchschnittliche Verkeimung vorliegen könnte.

BEULCO Service

Gerne berät und unterstützt Sie BEULCO Service im Bereich der Trinkwasserdesinfektion. Zu den Serviceleistungen gehören Beratung und Desinfektionsmaßnahmen von Rohrleitungen und Trinkwasserinstallationen.

Abbildung: Zahlreiche Verkeimungen wie Legionellen oder Kolibakterien lassen sich effektiv mit Aktiv-Chor beseitigen © BEULCO GmbH & Co. KG

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