Wissenswertes

Für Ihre Baustelle – über und unter der Erde

Nachhaltig und zukunftsweisend

Regenwasserbehandlung

Steigende gesetzliche Anforderungen an den Gewässerschutz und damit verbunden immer höhere Ansprüche an die Einleitung von Oberflächenwasser in Gewässer, bedingen eine stetige Weiterentwicklung der Anlagen zur Behandlung von Abflüssen. Ganz gleich, ob die Qualität von verunreinigtem Oberflächenwasser durch natürliche oder künstliche Maßnahmen verbessert wird, das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) fordert "… die Menge und Schädlichkeit des Abwassers so gering zu halten, wie dies bei Einhaltung der jeweils in Betracht kommenden Verfahren nach dem Stand der Technik möglich ist."

Schadstoffe, die eine Gefährdung für Boden und Grundwasser darstellen, existieren in unterschiedlichen Formen und Intensitäten. Ob auf Straßen, Parkplätzen, Industrieflächen, ja, auch auf Dachflächen. Es ist stets davon auszugehen bzw. zu berücksichtigen, dass der Regenabfluss auch zahlreiche Partikel, wie Gummiabrieb, Bremsstaub, aber auch Leichtflüssigkeiten, wie Öl und Benzin, transportiert.

Je nach Verunreinigungsgrad des gesammelten Oberflächenwassers stehen unterschiedliche Sedimentations- und Regenwasserbehandlungsanlagen zur Verfügung.

ACO Tiefbau bietet eine Vielzahl von Produkten entlang der Systemkette an, wie beispielsweise Sandfänge für kleine und mittlere Einzugsflächen. Sie reinigen das Regenwasser, welches auf dem eigenen Grundstück mittels einer Blockrigole versickert werden soll.

Im Bereich der Straßenentwässerung minimiert der ACO Separationsstraßenablauf (SSA) den Feststoffeintrag in das Kanalnetz. Im Vergleich zu herkömmlichen Straßenabläufen mit Schlammraum ist der Feststoffrückhalt mindestens um 32% höher.

Als schützende Vorreinigungsstufe gelten die Sedimentationsanlagen. Sie werden eingesetzt, um das Oberflächenwasser von Sinkstoffen zu befreien und damit Versickerungsanlagen oder Regenwasserkanäle vor Versandung zu schützen.

Schwermetallfilter – die weiterführende Vorreinigungsstufe

Regenwasser wird nicht nur durch feine Partikel von Wegen und Straßen verschmutzt. Eine weitere Quelle sind Dächer, bei denen Dachdeckungen aus Metall, wie Blei und Kupfer, besonders kritisch sind. Auch wenn sie bei Neubauten nur noch selten verwendet werden, kommt ihr Einsatz bei historischen Gebäuden doch häufig vor. Diese Dachabwässer dürfen im Regelfall ohne Behandlung nicht in Gewässer, Kanalisation oder Grundwasser eingeleitet werden. Bei Metalldächern sind die wasserrechtlichen Vorgaben besonders streng, da hier das Wasser als stark belastet eingestuft wird und einer besonderen Behandlung bedarf. Der Metalldachabfluss wird über Ionentauscher gereinigt. Die Qualität des Wassers nach Reinigung ist so hoch, dass es direkt in die Versickerung (Rigole oder Sickerschacht), Vorfluter, Biotope oder in eine Regenwassernutzungsanlage eingeleitet werden kann.

Sogar ein unterirdisches Versickern in Versickerungsboxen oder Sickerschächten ist möglich. In dem Filterschacht wird das Regenwasser durch folgende verfahrenstechnische Grundoperationen gereinigt: Sedimentation, Adsorption und Filtration.

Bei dem ACO Schwermetallfilter HMS handelt es sich um eine dezentrale Behandlungsanlage, d. h. die Niederschlagswasserbehandlung findet innerhalb eines platzsparenden Schachtsystems ortsnah, direkt am Ort des Abflussanfalls, statt. Die Belastung mit Schwermetallen liegt hauptsächlich in ungelöster Form, also an Partikel gebunden, vor.

Schwermetallfilter (HMS) mit integrierte Schlammfang zur dezentralen Niederschlags-wasserbehandlung © ACO

Darstellung der kompakten Bauweise des Filterschachtes und sein Reinigungsverfahren © ACO

Darstellung der Filterelemente, die in Aufwärtsrichtung durchströmt werden. © ACO

Darstellung des mehrlagig, gestuften Filteraufbaus im Schwermetallfilter. © ACO

Die Anlage ist so konzipiert, dass zunächst Grob- und Feststoffe mittels Sedimentation zurückgehalten werden. Durch anschließende Filtration in Form eines mehrlagigen, gestuften Filteraufbaus erfolgt schließlich der Rückhalt von Feinsedimenten, Feinstpartikeln sowie die Bindung gelöster Schwermetalle mittels Ionenaustausches. Die Filterelemente werden in Aufwärtsrichtung durchströmt. Sie bestehen aus textilen Filterpacks unterschiedlicher Korngröße. Die unteren Lagen haben die Aufgabe, Feststoffe zurückzuhalten, die nicht in der mechanischen Vorbehandlung sedimentiert sind. Die oberste Lage besteht aus Geovlies-Packs, die mit einem absorbierenden Material gefüllt sind. Diese Filterlage dient neben dem Rückhalt von Feinstpartikeln auch der Bindung gelöster Schwermetalle. Zur Stabilisierung der Filterelemente sind die Packlagen zwischen zwei begehbaren Gitterrosten fixiert. Die chemische Reaktivität des kalkhaltigen Materials bewirkt eine Anhebung des pH-Wertes durch Freisetzung von Hydroxid-Ionen. Zusammen mit den schwermetalladsorbierenden Ankergruppen des Filtermaterials der obersten Filterschicht werden die positiv geladenen Schwermetall-Kationen durch Bildung von Metall-Carbonat-Komplexen oder durch Bildung von Metall-Hydroxiden gebunden und aus dem Niederschlagswasser entfernt.

ACO Schwermetallfilter in der Praxis

Wie der Einsatz des ACO Schwermetallfilters HMS in der Praxis zu einer umweltfreundlichen Regenwasserbehandlung beiträgt, verdeutlicht ein Projekt aus Berlin. Hier entsteht mit dem Humboldt Forum ein neues kulturelles Stadtquartier im Herzen Berlins. Die Eröffnung der Anlage wird ab September 2020 etappenweise erfolgen und bietet nach Freigabe aller Flächen Dauerausstellungen, wechselnde Sonderausstellungen, großzügige Veranstaltungsräume, öffentliche Plätze und gastronomische Einrichtungen für Begegnung und Austausch. Die Rekonstruktion der ehemaligen Preußenresidenz besticht mit barocken Fassaden samt Kuppel. Da es sich um Kupferdächer handelt, bestand die Herausforderung darin, deren Abflüsse von Schwermetallen zu reinigen, um die Einleitung des Niederschlagswassers in die Kanalisation zu ermöglichen. Das Auftragsvolumen zur Dachentwässerung umfasst 24 ACO Schwermetallfilter HMS sowie eine ACO Sedimentationsanlage.

In enger Abstimmung mit allen Projektpartnern und Beteiligten seitens ACO Tiefbau, wurden die Filterschächte im Zeitraum von November 2018 bis Juni 2019 sukzessive, je nach Baufreiheit vor Ort, angeliefert und eingebaut. Reibungslose Abläufe und intensive Kommunikation zwischen der ACO Anwendungstechnik einerseits, Produktion, Logistik und Projektberatung andererseits, waren Garant für die erfolgreiche Projektabwicklung. Immer Sommer 2019 waren schließlich alle Schächte eingebaut, 25 an der Zahl.

Leichtfüssigkeitsabscheider – ein weiteres Reinigungssystem

Zur Reinhaltung unserer Gewässer sowie zum Schutz der Kanalisation müssen betrieblich Ölabscheider eingesetzt werden, wenn Leichtflüssigkeiten ins Abwasser gelangen können. Ziel des Einsatzes von Leichtflüssigkeits-abscheidern ist neben der Vorreinigung des Abwassers auch der Rückhalt entsprechend abgeschiedener Leichtflüssigkeiten. Der Aufbau einer Leichtflüssigkeits-abscheideranlage ist normativ geregelt und besteht immer aus einem Schlammfang, dem eigentlichen Leichtflüssigkeitsabscheider und einer Probenahmestelle (bei erdeingebauten Anlagen einem Probenahmeschacht). Potenziell ölhaltige Abwässer sind also zusätzlich von Sinkstoffen zu entfrachten.

Wird ein Futterrohr verwendet, muss der Ringraum zwischen Leitung und Futterrohr mit einer Ringraumdichtung (z. B. Gummipressdichtung) abgedichtet werden. Bei temperaturempfindlichen Leitungs- und Futterrohrmaterialien muss schon im Vorfeld die Reaktionstemperatur des verwendeten Injektionsmaterials beachtet werden.

Wurden die durchdringenden Bauteile ohne zusätzliche Maßnahmen direkt in die Betonwand eingegossen, mit wasserdurchlässigen Mittel eingebaut (z.B. Bauschaum) oder das verwendete Dichtungsmaterial geht keine adhäsive Verbindung mit der Leitung ein (z.B. PE-Rohr), dann können die bestehenden Leitungen mit sogenannten Flanschplatten in geteilter Ausführung vor der Wand abgedichtet werden. Der Ringraum zwischen Leitung und der Flanschplatte wird mit einer aufklappbaren oder teilbaren Ringraumdichtung abgedichtet.

Die neue Generation der Abscheideranlagen

Eine Kombination aus Funktionalität und Sicherheit stellt eine neue Klasse der Kompaktanlagen im Bereich der Abscheider für Fette und Leichtflüssigkeiten dar. Die Ingenieure von ACO Tiefbau setzten den Fokus dabei auf eine intelligente Systemlösung, die den Bedürfnissen des Marktes und der Umwelt angepasst sind. Die neue normgerechte Generation auf engstem Raum bietet zusätzlichen Nutzen für Bauunternehmer, Betreiber und Planer. Innerhalb der Anlage befinden sich Abscheider und Pumpstation in getrennten Kammern. Die Sicherheit gegenüber Rückstau wird mittels Pumpe und Rückstauschleife gewährleistet, während Flüssigkeiten im Abscheidebereich getrennt werden. Durch die kompakte Bauweise wird Bauraum optimal genutzt, Aushub und Verrohrung verringert. Besonders in Zeiten der zunehmenden Urbanisierung und Versiegelung gewinnt der unterirdische Bauraum immer mehr an Bedeutung. Statt der marktüblichen Ausführung stellen die ACO Kompaktanlagen eine Kombination der Funktionen Abscheider, Schlammfang, Probenahmesstelle, Pumpstation und Rückstauschutz in Einem als logische Entwicklung der Abscheider dar. Es werden nur ein Behälter und ein Aufbau benötigt - vorher waren es vier. Somit muss nur noch die Zulaufleitung zur Kompaktanlage und der Druckleitungsabgang der Pumpstation angeschlossen werden. Risikostellen, welche durch eine Zwischenverrohrung der Einzelkomponenten bedingt sind, entfallen somit gänzlich. Folglich ist die Ausführungssicherheit höher, jedoch Zeit sowie Kosten bei Planung und Bauausführung entschieden geringer. ACO Kompaktanlagen sind sowohl für Leichtflüssigkeits- als auch für Fettabscheider verfügbar.

ACO Kompaktanlage für Leichtflüssig-keiten Oleolift-C © ACO

Abscheider werden digital

Innenleben der Kompaktanlage für Fette ACO Lipulift © ACO

Im Bereich der erdeingebauten Fettabscheider und Pumpstationen gibt es die bewehrte Kompaktanlage ACO Lipulift. Bei diesem Konzept stehen Kompaktheit, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit im Fokus. Weiterentwickelt wurde nun diese Kompaktanlage für den Bereich der Leichtflüssigkeiten. Der neue ACO Oleolift besitzt, über die bereits genannten Vorteile der Fettabscheider-Kompaktanlage hinaus, ein revolutionäres Verschlusssystem. Durch einen vollständigen Verzicht auf einen Schwimmer als Abschlussvorrichtung entfällt das mögliche Blockieren dessen bei einem Starkregenereignis. Gleichzeitig garantiert eine robuste Sensorsteuerung die Betriebssicherheit der Anlage.

Weitere Informationen unter www.aco-tiefbau.de

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