Wissenswertes

Für Ihre Baustelle – über und unter der Erde

Leckortung auf Fernleitungen

Die Ortung von Leckagen auf Fernleitungen gehört zu den großen Herausforderungen für Dienstleister und Messgeräte. Mit korrelierenden Datenloggern "Ortomat MTC" und dem Hydroport der Firma vonRoll hydro können erstaunliche Ergebnisse erzielt werden.

Die Überwachung von Trinkwasser-Transportleitungen über lange Strecken stellt den Betreiber vor zahlreiche Herausforderungen : Im Gegensatz zu Ortsnetzen gibt es meistens nur wenige Zugangspunkte zum Rohr, Messtrecken verlängern sich dadurch extrem. Leckgeräusche werden unter Umständen nicht wahrgenommen oder können schon aufgrund mangelnder Funkreichweite der Korrelatoren nicht eingemessen werden. Hinzu kommen unterschiedliche Betriebszustände der Leitungen, vom Stillstand bis hin zu hohen Volumenströmen , mitunter auch bei stark schwankenden Druckverhältnissen.

Übergabe-Bauwerke mit Störgeräuschen durch Pumpen oder Druckminderer stellen weitere Herausforderungen dar. Kleinere Wasserverluste werden durch die Wasserzähler zudem meistens gar nicht erfasst, da der Messbereich der Zähleinrichtungen unterschritten wird.

Die korrelierenden Datenlogger "Ortomat MTC" bieten einige Vorteile, welche die Leckortung auf solchen Leitungen erleichtern und manchmal sogar erst ermöglichen. Die Korrelation wird mit Geräuschen durchgeführt, die nachts aufgenommen werden. Dadurch werden Umgebungsgeräusche durch Verkehr und ähnliches minimiert. Eine Sichtverbindung, wie beim normalen Korrelator zwischen den beiden Sendern ist dank automatischem Zeitabgleich der Datenlogger nicht notwendig. Die Datenlogger können also auch unabhängig voneinander eingesetzt werden und somit weite Strecken überbrücken.

Folgende Daten werden von den Geräuschloggern erfasst:

  1. Niedrigster Geräuschpegel bei Nacht
  2. Geräuschpegel alle 30 min
  3. Geräuschaufnahme nachts um 2 Uhr zum Anhören und Korrelieren

Die Auswertung der Geräuschpegel erfolgt im ersten Arbeitsschritt. Gibt es besonders laute Abschnitte in der Leitung? Gerade bei den langen Messtrecken, oftmals über 1.000 m , ist der Geräuschpegel aber nur ein Indiz für ein Leck. Hilfreich ist in diesem Fall besonders die Korrelation der nachts aufgenommenen Geräusche. Die Korrelation ermöglicht bei guten Bedingungen (Umgebungsgeräusche, Druck in der Leitung) erstaunliche Messergebnisse bei Leitungslängen bis zu 2.000 m. Anhand der Messergebnisse kann dann eine zügige Punktortung der Leckagen vor Ort zum Beispiel mittels Bodenmikrophon erfolgen.

Beispiele aus der Praxis:

Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) Kronach

Auf einer Transportleitung DN 500 (GGG) gab es ein bekanntes Leck, eine kleine Wassermenge trat an der Oberfläche aus. Die Messpunkte waren 924 m bzw. 1066 m vom Leck entfernt. Die Bedingungen für die Messungen waren gut: Die Leitung liegt Außerorts in einer Feldgemarkung, der Druck beträgt ca. 6-7 bar . Nach Installation und Einrichtung der Messtrecke im Hydroport konnten bereits am zweiten Tag gute Messergebnisse erzielt werden. Schlussendlich zeigte sich, dass das Leck 2 m neben dem Korrelationsergebnis lag, bei einer Messtrecke von fast 200 m ein achtbares Ergebnis! Für das menschliche Ohr hingeben gab es an beiden Messpunkten auch mit Horchgeräten kein wahrnehmbares Leckgeräusch. Nach dem Aufgraben stellte sich heraus, dass ein U-Stück mit Schraubmuffen vermutlich aufgrund von Setzungen undicht geworden war. Wasserverlust ca. 2-5 m³/h .

Fernwasserversorger in NRW

Bei einem Fernwasserversorger in Nordrhein-Westfalen wurde ein Pilotprojekt durchgeführt, bei dem zahlreiche Leitungsabschnitte überprüft wurden. Die meisten zum Glück ohne Befund. Aber auch hier konnten gute Messergebnisse erzielt werden. Das erste Leck wurde auf einem Leitungsabschnitt eingemessen, der zwischen zwei Zugangspunkten eine Autobahn und eine vielbefahrene Bundesstraße kreuzt. Trotz zwei Materialwechseln (AZ-GGG-AZ) und unmöglicher Funkverbindung durch Gebäude und Lärmschutzwälle konnte ein Leck erfolgreich eingemessen werden. Die Ortomat MTC wurden hier in den vorhandenen Schächten bei der Autobahn und in der Bundesstraße eingesetzt, die Rohrdeckung betrug ca. 6 m . Inzwischen wurde die Leckage beseitigt – der aufgrund der Ortung festgelegte Aufgrabungspunkt lag exakt über der Schadstelle. Ein zweites Leck konnte punktgenau entlang einer Bahntrasse eingemessen werden. Hier betrug die Entfernung der Messpunkte 467 m . Es handelte sich um eine Duktilguss-Leitung DN 200 der ersten Generation ohne Korrosionsschutz. Eine unmittelbar initiierte Reparatur wurde erfolgreich ausgeführt.

Fazit

Die korrelierenden Geräuschlogger ermöglichen eine effektive Überwachung von Trinkwasser-Transportleitungen. Dabei sind größtmögliche Messtrecken im Rahmen der Geräuschübertragung machbar, die mit bisherigen Methoden undenkbar waren.

Außerdem werden die Messergebnisse im Hydroport kontinuierlich dokumentiert, kommt es wirklich zu großen Schadensfällen, kann für Versicherungen so die ständige Überwachung der Leitung dokumentiert werden.

Mit freundlicher Untersützung von